Liebe Freunde, wir sind immer noch in Sacheon im Tagungszentrum und proben Brahms und Beethoven und Yun und Abe und Sibelius und Hosokawa und Strawinsky und Mozart und Haydn mit den koreanischen Musikern, uebrigens das Wetter zeigt uns seine kaltnasse Seite: die Bucht grau neblicht, keine Sicht auf die glaenzend beleuchtete Bruecke gegenueber – keine Umlaute auf dieser Tastatur – aber sie ist da, die Bruecke, das wissen wir ja mittlerweile, und morgen schon das Konzert, das Eroeffnungskonzert des Festivals in Tongyeong, habe ich gestern Isang Yuns Berliner Haus gesehen, jawohl sein Berliner Haus, also einen Nachbau desselben, dieser Nachbau steht mitten in Tongyeong im so genannten Memorial Park, warum Memorial Park, fragen Sie sich und frage ich mich. Er wurde umbenannt, habe ich erfahren, hiess er einmal Isang Yun Memorial Park, denn der Komponist ist dort geboren, habe ich das erzaehlt, nein? Also Isang Yun wurde in Tongyeon geboren und lebte lange Zeit in Berlin, deshalb hat man sein Haus hier nachgebaut im Isang Yun Memorial Park, also sein Berliner Reihenhaus klein und hochgiebelig steildachig deutsch steht es da, dazu noch sein Mercedes in einer glaesernen Garage – mitsamt Berliner Kennzeichen, sehr bizarr, und warum also heisst der Park nur noch Memorial Park, ohne Nennung des grossen Namens, des beruehmten Sohnes der Stadt? Weil er bei der Provinzregierung in Ungnade gefallen ist, das ist alles, Sie koennen ja bisschen googeln, dann erfahren Sie Interessantes ueber den Komponisten, wahrlich ein schillerndes Leben und ein begnadeter Komponist.