Fast fertig unsere Tournee, letzter Tag und letztes Konzert liegen noch vor uns, wir sind in Ansan ganz nahe bei Seoul, mit der U-Bahn in einer Stunde erreichbar, ist man ja quasi in der Hauptstadt schon, eben am Rande, aber doch Teil der 20 Millionenstadt, gibt ja keinen Acker, keine Wiese auf der langen Fahrt ins Zentrum zu sehen nur Haeuser – kein Umlaut auf dieser Tastatur uebrigens, wie Sie sehen - also nur Haeuser, Strassen, Autobahnen, Restaurants, Fabriken, Bahnhoefe, Autos, Motorraeder, Fahrraeder, das hoert nie auf! und dann ist man erst im Zentrum der Stadt, geht nochmal dieselbe Strecke auf der anderen Seite hinaus, und ausserdem ist man noch nichtmal ganz an der Peripherie losgefahren.
Wir haben ja am Tag zuvor Suedkorea von Sued nach Nord durchquert im wesentlichen, geht noch ein kleines Stueck weiter noerdlich von Seoul, aber nicht sehr, dann ist Ende, niemand kommt da weiter, also: Korea ganz kahl, alles hellgruen bis grau, spaetwinterhaft, die Industrie frisst sich gnadenlos haesslich durchs Land, Fabriken und sonstige Werke verstreut, immer wieder. Doerfer mit blauen Daechern, alles hell-bis blitzblau: blau ist die unangefochtene Lieblingsfarbe. Allerdings: schwarz gekleidet die Menschen in der U-Bahn, starren in ihre Smartphones, 1000 Smartphones in einem Wagen! Aber die meisten laecheln gluecklich, denn sie chatten, machen Spiele oder recherchieren irgendwas. Aber wir nicht anders: starren in unsere Telefone, denn es gibt Wifi in der U-Bahn von Seoul und man kann schnell seine e-mails checken, jawohl.
Also, das waren meine Eindruecke kurz zusammengefasst, denn bald gehts los zum Konzert in Ansan: Haydn Sinfonie Nr. 44, Mozart Sinfonie KV 201 und Jeunhommekonzert mit Da Sol Kim am Piano, unserem Preistraeger vom letzten ARD Wettbewerb.
Herzliche Gruesse aus Ansan, das war Bernhard Jestl