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	<title>Münchener Kammerorchester Blog</title>
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		<title>Ryoanji</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 09:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Quelle des Bildes: Wikipedia Haben Sie&#8217;s gehört? Ja? am Dienstag im Prinzregententheater? Ryoanji von John Cage! Was ist Ryoanji, fragen Sie sich, oder fragen Sie sich nicht, wenn Sie zu denen gehören, die das Programmheft gelesen haben, oder aber Sie gehören zu jenen wenigen Auserwählten, die ihn kennen: Ryoanji, den Steingarten im Tempel des friedvollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-551" href="http://www.m-k-o.de/blog/archives/550/ryoanji-dry_garden"><img class="alignnone size-large wp-image-551" src="http://www.m-k-o.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/RyoanJi-Dry_garden-455x341.jpg" alt="" width="455" height="341" /></a></p>
<p><em>Quelle des Bildes: Wikipedia</em></p>
<p>Haben Sie&#8217;s gehört? Ja? am Dienstag im Prinzregententheater? Ryoanji von John Cage!</p>
<p>Was ist Ryoanji, fragen Sie sich, oder fragen Sie sich nicht, wenn Sie zu denen gehören, die das Programmheft gelesen haben, oder aber Sie gehören zu jenen wenigen Auserwählten, die ihn kennen: Ryoanji, den Steingarten im Tempel des friedvollen Drachens in Kyoto, scheinbar unregelmäßig angeordnete Steine umgeben von perfekt gerechtem weißem Kiesel, natürlich! sagen Sie, schon davon gehört, aber was hat der mit Musik zu tun, sehen Sie, das frage ich mich auch.</p>
<p>Wir wollen selbstverständlich nicht Cages Empfindungen anzweifeln, damals, als er in Kyoto die Kiesel betrachtete und auf sich wirken ließ, denn diese Anlage lässt niemanden gleichgültig, ich habe Ryoanji gesehen, beginnt man zu flüstern, tritt leise auf &#8211; man geht ohnehin auf Socken dahin &#8211; alle Menschen ehrfürchtig, selbst die Fotografenhorden halten ihre Leidenschaft im Zaume, man kann übrigens aus keinem Blickwinkel alle fünfzehn Steine gleichzeitig sehen, wo Sie auch stehen, es bleibt immer mindestens einer verborgen &#8211; ein Ort der Stille, das spürt jeder, der dahin kommt.</p>
<p>Also Cage war da und musste komponieren, doch sperrt Ryoanji sich nach meinem Gefühl gegen jede Art von Einmischung, Ryoanji ist sich vom Klang her selbst genug! braucht keinen Komponisten, braucht niemanden! außer paar Gärtner mit der Harke. Wohlgemerkt, ich mag John Cages Musik, ich habe das Spielen sehr genossen, unwichtig meine Empfindungen beim Spielen und Hören von Ryoanji, aber definitiv völlig andere als damals, als ich in Kyoto vor jenem Wunder stand. Kann ein Komponist nicht sein eigener Schöpfer sein, muss er andere Schöpfungen nach-schaffen, und selbst wenn er das tun muss oder tun will, brauchen wir es nicht zu wissen, mit anderen Worten: mich stört der Titel jenes Werkes von John Cage. Wenn wir schon in Japan sind: war ich eines Tages in Hiroshima, und sprach mich unser damaliger künstlerischer Leiter an, ob man zehn Millionen Grad kompositorisch darstellen könne, wie unerheblich! und wie sinnlos solches Tun! wissen wir denn, was die Komponisten darzustellen versucht haben, wenn sie die Sinfonie Nr. 3 schrieben zum Beispiel, oder auch die Serenade Nr. 345? oder Klavierkonzert Nr. XY!?</p>
<p>John Cage kann sich vorstellen was er will, wenn Sie mich fragen, aber er muss es nicht unbedingt in unser Gehirn pflanzen, damit lenkt er von der eigenen Schaffenskraft ab; wer meditieren will, braucht es nicht notwendigerweise weiterzuerzählen, vielleicht ist das nämlich sogar von Nachteil. &#8220;Ich, John Cage habe mich von jenen Steinen in Kyoto beeinflussen lassen, und hier ist das Ergebnis, damit alle es wissen, aber damit dieses Wissen halbwegs esoterisch bleibt, gebe ich ihm einen Namen, den nur wenige kennen.&#8221; Eine großartige Musik, ich wiederhole es gerne, aber könnte man sie nicht einfach nur Stück Nummer XY nennen? Für mich jedenfalls wäre das genug.</p>
<p>Das war Bernhard Jestl</p>
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		<title>Vagabunden</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 20:39:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anne.west</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Nina Zedler Letzte Woche waren wir noch in Korea- in wenigen Tagen werden wir in Istanbul sein- es gibt Zeiten, in denen unser Leben im MKO einem Vagabunden- Leben ähnelt. Und dennoch- wir sind nicht ohne Heimat. Wir haben einen Ort, zu dem wir immer wieder zurückkehren und der unverändert unser Arbeitsmittelpunkt bleibt- unser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Nina Zedler</p>
<p>Letzte Woche waren wir noch in Korea- in wenigen Tagen werden wir in Istanbul sein- es gibt Zeiten, in denen unser Leben im MKO einem Vagabunden- Leben ähnelt.<br />
Und dennoch- wir sind nicht ohne Heimat.<br />
Wir haben einen Ort, zu dem wir immer wieder zurückkehren und der unverändert unser Arbeitsmittelpunkt bleibt- unser Orchesterprobenraum.</p>
<p>Noch.<br />
Denn der Moment, in dem wir unseren angestammten Probenraum am Wittelsbacherplatz verlassen müssen, rückt unwiderruflich näher.<br />
Und auch der angedachte Nachfolger, das Amerikahaus, wird uns nach jetzigem Stand der Dinge mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zur Verfügung stehen.<br />
Die Erkenntnis, dass wir möglicherweise noch in diesem Sommer heimatlos werden, trifft mich sehr.</p>
<p>Trägt doch ein Probenraum maßgeblich zum Leben und der Gestalt eines Orchesters bei.<br />
Das zunächst offensichtliche ist hart genug: der Raum, in dem die Proben des Orchesters stattfinden, geht verloren.<br />
Aber für uns Orchestermusiker ist es noch so viel mehr als das.<br />
Denn der Probenraum ist der Dreh- und Angelpunkt des Orchesterlebens.<br />
Hier ist das Arbeitsmaterial gelagert- meterweise Notenschränke, Pultleuchten, Notenständer, Reise- Transportkästen für die großen Instrumente, natürlich unser unbewegliches Instrumentarium wie Tasteninstrumente und vieles, vieles mehr.</p>
<p>Hier trifft man sich außerhalb des Orchester- Probenplanes zum Erarbeiten der doch sehr zahlreich in unseren Konzerten vertretenen Kammermusik- Werke.<br />
Und vor den Proben können sich Orchestermitglieder und Solisten in Ruhe einspielen.<br />
Ich gehe dorthin, wenn ich die Nachbarn zuhause mit pausenlosem Üben der nächsten Auftragskomposition nicht überstrapazieren möchte.<br />
Und fast immer begegne ich dort einem Kollegen, der das gleiche tut.<br />
Spätabends beim Üben im Probenraum noch Fingersätze besprechen und sich über den Stand der Vorbereitungen austauschen- das sind die Dinge, die ein Orchester zusammenschweißt.</p>
<p>Natürlich haben wir unsere gemeinsamen Tournee- Erlebnisse und unzählige Anekdoten von unterwegs, die wir uns immer wieder gegenseitig erzählen.<br />
Aber wir schön erst sind sie, wenn man sie  sich in der Pause auf dem Sofa im heimischen Probenraum erzählt!</p>
<p>Solange das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, bleibt es für mich noch eine sehr abstrakte Vorstellung, plötzlich ohne Probenraum dazustehen.</p>
<p>Aber eines weiß ich sicher: Wir würden damit endgültig zu Vagabunden.</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 04:28:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast fertig unsere Tournee, letzter Tag und letztes Konzert liegen noch vor uns, wir sind in Ansan ganz nahe bei Seoul, mit der U-Bahn in einer Stunde erreichbar, ist man ja quasi in der Hauptstadt schon, eben am Rande, aber doch Teil der 20 Millionenstadt, gibt ja keinen Acker, keine Wiese auf der langen Fahrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast fertig unsere Tournee, letzter Tag und letztes Konzert liegen noch vor uns, wir sind in Ansan ganz nahe bei Seoul, mit der U-Bahn in einer Stunde erreichbar, ist man ja quasi in der Hauptstadt schon, eben am Rande, aber doch Teil der 20 Millionenstadt, gibt ja keinen Acker, keine Wiese auf der langen Fahrt ins Zentrum zu sehen nur Haeuser &#8211; kein Umlaut auf dieser Tastatur uebrigens, wie Sie sehen -  also nur Haeuser, Strassen, Autobahnen, Restaurants, Fabriken, Bahnhoefe, Autos, Motorraeder, Fahrraeder, das hoert nie auf! und dann ist man erst im Zentrum der Stadt, geht nochmal dieselbe Strecke auf der anderen Seite hinaus, und ausserdem ist man noch nichtmal ganz an der Peripherie losgefahren.</p>
<p><span>Wir haben ja am Tag zuvor Suedkorea von Sued nach Nord durchquert im wesentlichen, geht noch ein kleines Stueck weiter noerdlich von Seoul, aber nicht sehr, dann ist Ende, niemand kommt da weiter, also: Korea ganz kahl, alles hellgruen bis grau, spaetwinterhaft, die Industrie frisst sich gnadenlos haesslich durchs Land, Fabriken und sonstige Werke verstreut, immer wieder. Doerfer mit blauen Daechern, alles hell-bis blitzblau: blau ist die unangefochtene Lieblingsfarbe. Allerdings: schwarz gekleidet die Menschen in der U-Bahn, starren in ihre Smartphones, 1000 Smartphones in einem Wagen! Aber die meisten laecheln gluecklich, denn sie chatten, machen Spiele oder recherchieren irgendwas. Aber wir nicht anders: starren in unsere Telefone, denn es gibt Wifi in der U-Bahn von Seoul und man kann schnell seine e-mails checken,<strong> </strong>jawohl<strong>.</strong></span></p>
<p><span>Also, das waren meine Eindruecke kurz zusammengefasst, denn bald gehts los zum Konzert in Ansan: Haydn Sinfonie Nr. 44, Mozart Sinfonie KV 201 und Jeunhommekonzert mit Da Sol Kim am Piano, unserem Preistraeger vom letzten ARD Wettbewerb.</span></p>
<p><span>Herzliche Gruesse aus Ansan, </span><span>das war Bernhard Jestl</span></p>
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		<title>Isang Yun</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 10:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freunde, wir sind immer noch in Sacheon im Tagungszentrum und proben Brahms und Beethoven und Yun und Abe und Sibelius und Hosokawa und Strawinsky und Mozart und Haydn mit den koreanischen Musikern, uebrigens das Wetter zeigt uns seine kaltnasse Seite: die Bucht grau neblicht, keine Sicht auf die glaenzend beleuchtete Bruecke gegenueber &#8211; keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde, wir sind immer noch in Sacheon im Tagungszentrum und proben Brahms und Beethoven und Yun und Abe und Sibelius und Hosokawa und Strawinsky und Mozart und Haydn mit den koreanischen Musikern, uebrigens das Wetter zeigt uns seine kaltnasse Seite: die Bucht grau neblicht, keine Sicht auf die glaenzend beleuchtete Bruecke gegenueber &#8211; keine Umlaute auf dieser Tastatur &#8211; aber sie ist da, die Bruecke, das wissen wir ja mittlerweile, und morgen schon das Konzert, das Eroeffnungskonzert des Festivals in Tongyeong, habe ich gestern Isang Yuns Berliner Haus gesehen, jawohl sein Berliner Haus, also einen Nachbau desselben, dieser Nachbau steht mitten in Tongyeong im so genannten Memorial Park, warum Memorial Park, fragen Sie sich und frage ich mich. Er wurde umbenannt, habe ich erfahren, hiess er einmal Isang Yun Memorial Park, denn der Komponist ist dort geboren, habe ich das erzaehlt, nein? Also Isang Yun wurde in Tongyeon geboren und lebte lange Zeit in Berlin, deshalb hat man sein Haus hier nachgebaut im Isang Yun Memorial Park, also sein Berliner Reihenhaus klein und hochgiebelig steildachig deutsch steht es da, dazu noch sein Mercedes in einer glaesernen Garage &#8211; mitsamt Berliner Kennzeichen, sehr bizarr, und warum also heisst der Park nur noch Memorial Park, ohne Nennung des grossen Namens, des beruehmten Sohnes der Stadt? Weil er bei der Provinzregierung in Ungnade gefallen ist, das ist alles, Sie koennen ja bisschen googeln, dann erfahren Sie Interessantes ueber den Komponisten, wahrlich ein schillerndes Leben und ein begnadeter Komponist.</p>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 00:26:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freunde, wir sind ja in Korea, aber das wissen Sie sicher, denn steht alles auf unserer website geschrieben. Wir spielen Strawinsky, Brahms, Yun, Hosokawa, Abe, Rossini, Beethoven, Mozart, Haydn, Fujikura, Sibelius, viele Stuecke, na ja, vier Konzerte, drei verschiedene Programme. Wir spielen mit koreanischen Musikern zusammen und bilden ein Sinfonieorchester &#8211; 70 Leute, fuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde, wir sind ja in Korea, aber das wissen Sie sicher, denn steht alles auf unserer website geschrieben. Wir spielen Strawinsky, Brahms, Yun, Hosokawa, Abe, Rossini, Beethoven, Mozart, Haydn, Fujikura, Sibelius, viele Stuecke, na ja, vier Konzerte, drei verschiedene Programme. Wir spielen mit koreanischen Musikern zusammen und bilden ein Sinfonieorchester &#8211; 70 Leute, fuer uns mal was Anderes und wir proben direkt im Hotel wunderbar gelegen mit Meerblick. Jetzt sitze ich in sehr bequemem Stuhle in der Lobby, denn nur hier gibt es Empfang, das Hotel voller Musiker, alle wohnen ja hier, und da fiedelts gewaltig auf den Gaengen &#8211; kein Umlaut auf dieser Tastatur. Aber der Wellnessbereich ist ruhig ausser gestern die sehr! lauten koreanischen Tagungsteilnehmer, denn unser Hotel ist eigentlich ein Tagungszentrum, also die sehr sehr! lauten koreanischen Tagungsteilnehmer machen Vertrauenstraining und lassen ruecklings sich gegenseitig in die ausgestreckten Arme fallen, oder lassen sich treiben im Kreise fuersorglich dargebotener Haende ihrer Kollegen und ein Trainer bruellt mit wilder Stimme dazu: Gelaechter, froehliche Gesichter, klatschende Haende, jedesmal wenn jemand die Runde geschafft hat und wildes Schreien! immer wieder, sie rufen sich Worte und Slogans im Chor zu, bruellend &#8211; stehen sie sich doch direkt gegenueber, also ich auf meinem Laufband ganz tapfer bringe Kilometer hinter mich und bestaune den grandiosen Blick aus der Fensterfront: liebliche Bucht wenig Wasser noch, ganz viel Sand, die Flut wird bald kommen, auffuellen den ganzen Bereich waehrend unserer Probe.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-485" href="http://www.m-k-o.de/blog/archives/465/dsc00229-3"><img class="alignnone size-large wp-image-485" src="http://www.m-k-o.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC002292-455x341.jpg" alt="" width="455" height="341" /></a></p>
<p>Das war also mein erster Bericht aus Sacheon bei Tongyeong, wo wir spaeter die Konzerte spielen, aber ich werde bald wieder schreiben, ich habe ja keine Zeit! muss ja noch mich einspielen fuer die Probe, herzliche Gruesse aus Korea, das war Bernhard Jestl.</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 15:30:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freunde, was haben wir nicht alles gespielt seit Weihnachten! Die Streicherserenade von Elgar in E-Dur und die von Tschaikowsky in C-Dur an Silvester um 17 Uhr, dazu noch Sinfonie X in h-moll für Streicher von Mendelssohn, außerdem das d-moll Violinkonzert auch von Mendelssohn &#8211; gespielt von Esther Hoppe, unserer Konzertmeisterin &#8211; wunderbar im Münchener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde, was haben wir nicht alles gespielt seit Weihnachten!</p>
<p>Die Streicherserenade von Elgar in E-Dur und die von Tschaikowsky in C-Dur an Silvester um 17 Uhr, dazu noch Sinfonie X in h-moll für Streicher von Mendelssohn, außerdem das d-moll Violinkonzert auch von Mendelssohn &#8211; gespielt von Esther Hoppe, unserer Konzertmeisterin &#8211; wunderbar im Münchener Cuvilliès-Theater vor ausverkauftem Hause, wünschte unsere Konzertmeisterin dem Publico noch einen beschwingten Silvesterabend mit unserer Zugabe, dem Walzer aus Tschaikowskys Serenade.</p>
<p>Dann haben wir die Streicherserenade in E von Elgar, die von Tschaikowsky, Mendelssohns X-te Sinfonie in h-moll und sein Violinkonzert in d-moll (mit Esther Hoppe an der Solovioline) gespielt am gleichen Tag um 20 Uhr im wunderbaren ausverkauften Cuvilliès-Theater, auch dieses Publicum wurde beschwingt entlassen in die Silvesternacht mit dem Walzer aus Tschaikowskys Streicherserenade: das also waren unsere letzten Taten im Jahre 2011.</p>
<p>Neujahr! und wir spielten Elgars Streicherserenade in E-Dur und jene in C von Piotr Iljitsch Tschaikowsky, des Weiteren das Violinkonzert in d-moll und die Sinfonie X in h vor begeistertem Publico im wunderbaren Cuvilliès-Theater zu München, nicht zu vergessen der beschwingte Jahresanfang, gewünscht von uns anhand des Walzers aus Tschaikowskys Streicherserenade.</p>
<p>Am 2. Januar spielten wir im grandiosen Cuvilliès-Theater Elgars E-Dur Streicherserenade, die Serenade für Streichorchester von Tschaikowsky, außerdem die Sinfonie für Streicher Nummer X von Mendelssohn und das d-moll Violinkonzert vom selben Komponisten, perfekt interpretiert im Übrigen von unserer Konzertmeisterin Esther Hoppe; beschwingt wurden die Zuseher geschickt ins neue Jahr mit Tschaikowskys Walzer aus der Serenade für Streicher in C-Dur.</p>
<p>Wir fuhren nach Kempten! und spielten vor begeistertem Publico die Serenade für Streichorchester von Elgar, dazu noch Mendelssohns Sinfonie X in h-moll, diesmal jedoch das Cellokonzert von Othmar Schoeck, gespielt von Wen-Sinn Yang und am Ende noch Schostakowitschs Kammersinfonie &#8211; nein! nach diesem Werk passt nun wirklich kein beschwingter Neujahrsgruß! &#8211; das war am 9. Januar.</p>
<p>Am 16. Januar war es endlich wieder so weit: beschwingt wurde das Publikum fort geschickt nach Tschaikowskys Streicherserenade in C-Dur, derjenigen von Elgar in E-Dur und Mendelssohns Violinkonzert in d-moll mithilfe von Tschaikowskys Walzer aus der Serenade &#8211; also beschwingt ins neue Jahr geschickt die Zuhörer in Polling im wunderbaren Bibliothekssaal, der zweitgrößten Bibliothek Bayerns nach der Staatsbibliothek in München.</p>
<p>Vier Tage später durften wir in der Schweiz, genauer gesagt in der Reformierten Kirche zu Gossau am Zürichsee dem Publico einen beschwingten Jahresanfang wünschen mit Tschaikowskys Walzer aus der Streicherserenade nach einem Programm bestehend aus Mozarts Divertimento in G-Dur KV 136, dem Cellokonzert von Schoeck und der Serenade für Streicher von Tschaikowsky.</p>
<p>&#8212;-</p>
<p>Jetzt aber etwas völlig Anderes: es folgte unser Abonnementkonzert im Prinzregententheater und es erklang die Sinfonie Nr. 3 &#8211; &#8220;The camp meeting&#8221; -  von Charles Ives, das Klarinettenkonzert von Aaron Copland &#8211; gespielt vom wunderbaren Martin Fröst (Pech gehabt, wer&#8217;s nicht gehört), dann Sound Fields komponiert 2007 vom 99-jährigen Elliott Carter und zum Schluss &#8220;La Poule&#8221; von Haydn, das ist die Sinfonie Nr. 83. Das Ganze geleitet perfekt von Douglas Boyd, fürs Publikum geriet der Abend zum Ereignis &#8211; für uns auch.</p>
<p>Liebe Freunde, vielleicht haben Sie ja das Eine oder Andere von genannten Konzerten gehört &#8211; vielen Dank dafür! wenn nicht, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, am 4. Februar sich in der Pinakothek der Moderne in München einzufinden um sich das Komponistenportrait Beat Furrer anzuhören &#8211; geleitet von Alexander Liebreich: gehen Sie hin, es kann Ihr Schaden nicht sein, wir jedenfalls freuen uns auf Sie.</p>
<p>Herzlich, das war Bernhard Jestl</p>
<p>Soll ich noch als Supplement das Kammermusikkonzert in den Münchner Kammerspielen ankündigen? 10.2.! Pascal Dusapin Streichquartett Nr. 4 und Olivier Messiaen Quatuor pour la fin du temps!</p>
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		</item>
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		<title>Bühne frei für die OHP</title>
		<link>http://www.m-k-o.de/blog/archives/433</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 21:06:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anne.west</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn wir im MKO eine Probe haben, dann ist dafür in unserem Probenplan „Probe“ zu lesen. Normalerweise. Diesen Monat ist bei uns jedoch alles ein bisschen anders. Wir machen nämlich einen Ausflug in die Welt der Oper. Mozarts „La Finta Giardinera“ steht auf dem Programm, eine Co- Produktion mit der Bayerischen Theater- Akademie im Prinzregententheater. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir im MKO eine Probe haben, dann ist dafür in unserem Probenplan „Probe“ zu lesen.<br />
Normalerweise.<br />
Diesen Monat ist bei uns jedoch alles ein bisschen anders.</p>
<p>Wir machen nämlich einen Ausflug in die Welt der Oper.<br />
Mozarts „La Finta Giardinera“ steht auf dem Programm, eine Co- Produktion mit der Bayerischen Theater- Akademie im Prinzregententheater.</p>
<p>Oper- mit allem, was dazugehört. Also auch mit den in der Oper gebräuchlichen Proben- Bezeichnungen. Denn schließlich gibt es in der Oper noch so einige mehr Faktoren als nur  Dirigent- Orchester- Solisten- Bühne- Publikum.<br />
Da wären noch Regie, Beleuchtung, Maskenbildner, Kulisse und und und.<br />
Also muss genau definiert sein, um was für eine Probe es sich handelt.</p>
<p>„OS“ lese ich im Probenplan. Und „BO“. Und „OHP“.</p>
<p>„OS“ ist eine Orchester- Sitzprobe, das bedeutet, dass es eine musikalische Probe ist, also Bühne und Szene nicht beteiligt sind.<br />
Was aber nicht heißt, dass alle außer den Musikern in der Zeit rumsitzen und Däumchen drehen. Nein, umgekehrt gibt es das natürlich auch. Szenenproben ohne Orchester und Beleuchtungsproben ohne Akteure- die Reihe ließe sich noch endlos fortspinnen.</p>
<p>Auf die „OS“ folgt die „BO“ &#8211; Bühne und Orchester- womit wir schon fast bei der „OHP“- der Orchester- Hauptprobe und schließlich  bei der guten alten „GP“- der Generalprobe und dann endlich- bei der Premiere angekommen sind.<br />
Natürlich mit Premierenfeier.<br />
Denn das macht man in der Oper so. </p>
<p>Zur Zeit sind wir gerade bei den Bühnenproben angekommen und ich muss gestehen, dass ich ständig versucht bin, mich vom Geschehen auf der Bühne ablenken zu lassen.<br />
Ist es doch für uns im Orchester genauso spannend wie für Sie als Publikum, zu sehen, was auf der Bühne passiert. Nur dass wir natürlich eigentlich spielen sollten und nicht schauen&#8230;<br />
Aber immer wenn wir gerade nicht zu spielen haben, versucht jeder, den Hals so weit zu recken, wie es geht, um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen.</p>
<p>Schließlich sind wir manchmal auch gerne Publikum!</p>
<p>Nina Zedler</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Socken und anderen Mysterien</title>
		<link>http://www.m-k-o.de/blog/archives/419</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 21:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>anne.west</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.m-k-o.de/blog/?p=419</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt Rechnungen, die nicht aufgehen. Eine davon kennen wir alle: Wenn ich zwei Socken in die Wäsche tue und hinterher nur einen einzelnen herausfische, muss der andere ja auch irgendwo sein. Logisch. Müsste er eigentlich. Sollte er eigentlich. Ist er aber nicht. Es ist und bleibt ein Mysterium. Im Orchester haben wir ein ähnliches [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Rechnungen, die nicht aufgehen. Eine davon kennen wir alle:<br />
Wenn ich zwei Socken in die Wäsche tue und hinterher nur einen einzelnen herausfische, muss der andere ja auch irgendwo sein. Logisch. Müsste er eigentlich. Sollte er eigentlich. Ist er aber nicht.<br />
Es ist und bleibt ein Mysterium.</p>
<p>Im Orchester haben wir ein ähnliches Problem.<br />
Wenn ich zwei Bleistifte besitze und noch fünf kaufe, dann habe ich am Ende&#8230;?<br />
NULL!!!! Keinen einzigen. Alle weg. Als hätten sie sich in Luft aufgelöst.</p>
<p>Vielleicht sollte ich an dieser Stelle kurz erklären, wieso ich plötzlich über Bleistifte schreibe, wo ich doch eigentlich über unser Orchester berichten sollte.<br />
Ganz einfach, weil eine Orchesterprobe ohne Bleistifte undenkbar ist!<br />
Fast alles, was wir in den Proben besprechen, wird mit Bleistift in die Noten eingetragen.<br />
Also Strich- und Lautstärkebezeichnungen, Phrasierungen und alles, was sonst noch wichtig scheint.</p>
<p>Ganz besonders lustig sieht das aus, wenn wir, wie diese Woche, die Semifinalisten des ARD-Wettbewerbes begleiten.<br />
Auch wenn die Kandidaten das gleiche Konzert spielen, sind die Interpretationen oft sehr unterschiedlich.<br />
Das kann dann an ein und derselben Stelle so aussehen:</p>
<p>Kandidat 1: piano<br />
Kandidat 2: forte<br />
Kandidat 3: crescendo<br />
Kandidat 4: descrescendo<br />
Kandidat 5: piano- forte- piano<br />
Kandidat 6: forte- piano- forte.</p>
<p>Bei ausgesprochen limitierter Probenzeit kann sich das natürlich kein Mensch alles merken- wir schreiben es also in die Noten.<br />
Und damit man das alles jederzeit wieder herausradieren und neu bezeichnen kann, brauchen wir Bleistifte. Nichts ist schlimmer als total vollgekritzelte Noten.</p>
<p>Was uns zum nächsten Problem führt: dem Radiergummi.<br />
Gute Radiergummis sind nämlich eine Rarität.<br />
Ein ganz normaler Radiergummi ist uns keine Hilfe, er würde auf dem Notenpult nur im Weg herumliegen und stören. Es muss schon ein Aufsteck- Radiergummi sein!<br />
Und gute sind schwer zu bekommen.</p>
<p>Wenn ich einen guten Bleistift samt gutem Aufsteck- Radiergummi besitze, hüte ich ihn wie einen wertvollen Schatz.<br />
Umso erstaunlicher, dass auch er irgendwann seinen Weg geht und sich wie alle Bleistifte von allen Kollegen einfach in Luft auflöst.</p>
<p>Liebes Socken- und Bleistift- Universum, wo auch immer du sein magst, habe doch bitte ein Einsehen und lass uns ein paar Bleistifte, damit wir anständig proben können!</p>
<p>Nina Zedler</p>
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		<title>Wettbewerbe</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 07:23:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Bernhard Jestl Musikwettbewerbe, ja, die gibt es, Sie wundern sich? ich auch. Es gibt Instrumentalwettbewerbe, Dirigentenwettbewerbe, ja sogar Kompositionswettbewerbe. Wer soll denn Kompositionen beurteilen? frage ich mich, und fragen Sie sich. Wenn jemand überhaupt bei Kompositionen ein Votum abzugeben berechtigt wäre, ist es das Publikum, das sind Sie, geschätzte Leser, nicht wir Musiker, wir müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bernhard Jestl</p>
<p>Musikwettbewerbe, ja, die gibt es, Sie wundern sich? ich auch. Es gibt Instrumentalwettbewerbe, Dirigentenwettbewerbe, ja sogar Kompositionswettbewerbe. Wer soll denn Kompositionen beurteilen? frage ich mich, und fragen Sie sich. Wenn jemand überhaupt bei Kompositionen ein Votum abzugeben berechtigt wäre, ist es das Publikum, das sind Sie, geschätzte Leser, nicht wir Musiker, wir müssen die Stücke spielen, damit Sie sie hören können; wer überhaupt kann denn schon Partituren lesen so wie man Bücher liest? niemand &#8211; aber ich schweife ab, denn eigentlich wollte ich über Instrumentalwettbewerbe schreiben.</p>
<p>Was also genau sind die Kriterien, um bei Wettbewerben für Oboe zum Beispiel, oder auch Klavier, vielleicht auch Trompete erfolgreich zu sein. Da wäre zuallererst zu nennen: die Intonation! sauber spielen, das geht über alles, steht ganz oben, ist auch weitgehend neutral zu beurteilen, nur bisschen geschmacksabhängig, ich rede von tiefen Durterzen oder tiefen Septimen und solchem Kleinkram, aber die Oktaven und Quinten sind eisern, müssen stimmen, da gibts eigentlich keinen Ermessensspielraum; die Quarte in der Tonleiter ist schon fragwürdig, denn ist sie nicht gleichzeitig die Septime im Dominantseptakkord und bisweilen tief zu intonieren, damit sie sanft abgleiten kann zur tiefen Durterz? oder bevorzugt manch einer gar das wohltemperierte Spiel, wie auf dem Klavier? nein, das führt zu weit, der Kandidat muss sauber spielen, das ist alles. Zweitens hätten wir Rhythmus und Zusammenspiel, auch weitgehend neutral beurteilbar, spielt der Kandidat mit den Kollegen zusammen? nein, er spielt nicht zusammen: schlecht &#8211; so einfach ist das.</p>
<p>Das sind schon die beiden Parameter, die einigermaßen deutlich erkannt werden können, alles, ich sage alles andere ist Geschmacksfrage. Trifft man den Gusto der Jury, wunderbar, wenn nicht hat man schlechte Karten, Kandidat Nummer 37 fliegt raus, so kann man doch Mozart nicht spielen, niemals kann man Mozart so spielen, so doch nicht!!! &#8211; dasselbe gilt übrigens für Kandidat Nummer 78. Weise also der Delinquent, verzeihen Sie, der Kandidat, der frühzeitig die Liste der namhaften Damen und Herren, aus welchen die geschätzte Jury sich zusammensetzt, auf der Website des Wettbewerbs sich zu Gemüte führt: meist sind die Vorlieben dieser Professoren, Solisten und Pädagogen bekannt, und wird so mancher seine Teilnahme am Wettbewerb nochmals überdenken.</p>
<p>Stellen wir uns eine ganz andere Art von Musikwettbewerb vor: siebzig geschlossene Instrumentenkästen auf der Bühne, siebzig Spieler knien in den Blöcken und harren der Startpistole, dann sausen sie, öffnen ihr Etui, bauen die Oboen zusammen, spannen die Geigenbögen, setzen die Trompete an und spielen wie der Teufel und so schnell sie können irgendein unwesentliches Bravourstück, flugs wieder einpacken, noch ein kurzes Rennen zur Ziellinie und fertig ist der Wettbewerb, liebe Freunde, schauen Sie sich, wenn Sie es wagen, folgendes an (keine Angst, der ganze Beitrag dauert zwar acht Minuten, Sie können aber bei Minute fünf einsteigen, das elende Gewäsch zu Anfang ist doch zu unerquicklich):</p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NHkX0URELfQ?version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NHkX0URELfQ?version=3" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Haben Sie&#8217;s gesehen? das wäre doch ein Musikwettbewerb nach meinem Geschmack, lässig und easy.</p>
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		<title>Kein leichter Job</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 10:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Recht umfangreiche Beobachtungen von Bernhard Jestl Liebe Freunde, es tut mir Leid, dass Sie so lange nichts von uns gehört haben, aber sind wir ja im Urlaub! ich in der Toskana zum Beispiel in wunderbarem mittelalterlichem Turme und lasse es mir wohl ergehen, aber, Sie haben Recht, könnte ich von anderen Dingen berichten, das mache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Recht umfangreiche Beobachtungen von Bernhard Jestl</p>
<p>Liebe Freunde, es tut mir Leid, dass Sie so lange nichts von uns gehört haben, aber sind wir ja im Urlaub! ich in der Toskana zum Beispiel in wunderbarem mittelalterlichem Turme und lasse es mir wohl ergehen, aber, Sie haben Recht, könnte ich von anderen Dingen berichten, das mache ich jetzt: das MKO nämlich, müssen Sie wissen, ist viel unterwegs. Also, ich war schon in &#8230;. &#8211; das wird zu lang. Der nördlichste Ort, an welchem ich mit dem Orchester gespielt habe, ist Fairbanks, der südlichste Buenos Aires. Östlich ist es Sapporo und westlich auch Fairbanks; der höchstgelegene Ort war Vail, Colorado auf 2445 m Höhe, der tiefste das Europa Deck der MS Europa, paar Meter über dem Meeresspiegel. Der kleinste Ort, wenn man von Klöstern, Schlössern oder sonstigen landschaftlich alleinstehenden Gebäuden absieht, die kleinste menschliche Ansiedlung also war Hülsa mit 550 Einwohnern, die größte Shanghai mit über 19 Millionen. Der entlegenste Konzertort war wohl Ust-Kamenogorsk in Kasachstan, aber genug der Aufzählungen, das wird wirklich zu viel!</p>
<p>Wir reisen übrigens auch nach Ravensburg, oder nach Neuschwanstein und nach Landshut. Oder nach Frankfurt, Dresden und Ulrichshusen. Des Weiteren Ingolstadt, Leer und Herrenchiemsee. Nicht zu vergessen Brixen, Zürich und Zermatt. Meine längste Tournee hat zwei Monate gedauert, demgegenüber stehen unzählige Eintagesreisen, und noch mehr Halbtagesfahrten: nachmittags hin und nachts zurück.</p>
<p>Wie Sie sehen, scheuen wir keine Entfernungen, und um diese Fahrten ordentlich durchführen zu können, brauchen wir einen Reiseleiter, das ist einer unserer Cellisten &#8211; der hat&#8217;s nicht immer leicht. Vorbereitet werden die Tourneeen natürlich auf das Trefflichste von unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Büro, am Konzertort brauchen wir jedoch unseren eigenen Organisator, und von ihm in Sonderheit möchte ich hier berichten.</p>
<p>Er übermittelt uns Reisepläne, Abfahrts- und Ankunftszeiten, er gibt uns Fahrkarten und Ortspläne, er händigt uns Tagegeld aus, denn man muss ja sich verköstigen können, er setzt uns bisweilen im Konzerthaus oder Theater von der Lage der Orchestergarderoben in Kenntnis, aber greife ich vor, noch sind wir gar nicht abgefahren. Ich glaube, die ungeliebteste Aufgabe, die er erledigen muss, ist, die Kollegen in den Bus zu expedieren: einfacher hat er es, wenn wir mit dem Zuge unterwegs sind, denn der wartet nicht auf die Musiker in Wagen 23. Zu Beginn der Fahrt bekommen wir das Geld ausgezahlt, hat er auch die Beträge nämlich passend dabei, zählt Scheine ab, wickelt Münzen aus der Rolle und lässt uns auf einer selbst erstellten Liste unterschreiben, muss er ja alles später nachweisen können.</p>
<p>Dann folgt die Wegbeschreibung, denn selbst in Zeiten von Navigationssystemen und Google Maps ist das Ziel nicht immer ganz hindernisfrei zu erreichen, und nicht selten kurvt unser Bus um die Häuser, verstehen Sie das? entspricht ein Busfahrer, der den Weg nicht kennt, nicht einem Musiker, der die Noten nicht lesen kann? das aber nur am Rande. Gleich nach der Ankunft am Hotel muss unser Reiseleiter im Bus sich nach hinten drängeln &#8211; er hat seinen festen Platz in der drittletzten Reihe rechts am Gang &#8211; will er doch möglichst als erster an der Rezeption auftauchen, um bei der Schlüsselübergabe behilflich zu sein, ich kenne meine Kollegen, das geht wahrscheinlich schneller, vielen Dank, er kennt ja jeden beim Namen, manchmal allerdings liegen die Schlüssel wohlverpackt in Umschlägen auf einem Tisch, dann hat er&#8217;s leichter, und während wir uns bereits in unseren Zimmern entspannen, muss er noch die Anmeldung ausfüllen, nach dem besten Weg zum Saale sich erkundigen, vielleicht noch nach dem Busparkplatz? aber irgendwas soll der Fahrer ja auch tun, danke vielmals.</p>
<p>Flugreisen erfordern die Leistung unseres Reiseleiters in besonderem Maße: da gilt es die viele Kilogramm schwere Kontrabasskiste, das flight case, einzuchecken, was häufig ein Eiertanz ist, denn bearbeiten die verschiedenen Fluggesellschaften diesen seltenen Casus auf unterschiedlichste Weise. Er muss sich um den Zoll kümmern, denn die wertvollen Musikinstrumente wollen ordnungsgemäß aus- und wieder eingeführt werden &#8211; zu diesem Zweck führt er ein blassgrünes Carnet mit, das bestgehütete Dokument von allen!</p>
<p>Er muss Zettel austeilen, Zettel einsammeln, Listen schreiben, Listen ausdrucken, Geld einsammeln, Geld austeilen, Schlüssel organisieren und Schlüssel wieder zurückgeben, mit Busfahrern sich gut stellen und mit Bühnenpförtnern (eine ganz besondere Spezies) sich einigen, mit Bundesbahnschaffnern sich herumärgern und mit Reisebegleitern in Faibanks, Singapur und Hülsa (sehen Sie, liebe Freunde, da ist die Klammer zum Anfang dieses Berichts, das ist doch schön) kommunizieren, was noch alles muss er tun?</p>
<p>Er muss auch noch Cello spielen.</p>
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